Zum 14. Mal führte „Theater hausgemacht Bimbach“ ein selbstgemachtes lustiges Theaterstück auf. Mit „O‘ zapft is!“ einer Bürokomödie in drei Akten, ist der Gruppe ein guter Wurf gelungen. Es handelt sich um ein lebhaftes, manchmal auch verwirrendes Stück mit vielen gelungenen Gags. Die 17 hochmotivierten Hobbyschauspieler vermittelten das Geschehen mit fühlbarer Freude und Spaß den zahlreichen begeisterten Zuschauern im vollbesetzten Saal des Bürgerhauses Bimbach.

 Für eine funktionierende Technik hatte Karsten Träger und für das richtige Outfit Elisabeth Rammler gesorgt. In vielen Proben erarbeitet wurde das Stück gemeinsam von allen Aktiven ohne Regie. Die Darsteller zeigten auch ein großartiges Textverständnis, denn sie kamen ohne Souffleuse aus.

Gut gelaunt und mit Humor begrüßte Klaus Gabriel und betonte: „Dies ist kein Mitmachtheater aber trotzdem brauchen wir Euch, denn wir leben von Eurem Applaus.“ Und den spendete das Publikum während der schwungvollen, mit vielen Pointen gespickten Handlung reichlich. Eine große Sause feiert die Firma Knettenbrecht und Sohn, weltweit führender Hersteller von Hightech-Zapfanlagen, anlässlich des 60-jährigen Bestehens. Es geht rund mit unvorhergesehenen Folgen Der Seniorchef ist beim Posaunenblasen vom Schreibtisch gefallen und liegt im Krankenhaus. Im Büro herrscht ein heilloses Durcheinander. Der feuerspuckende Charmeur Hans-Günter Winkelmann (Charlie Diel) und der verliebte Erik Graf von Schönbron (Thorsten Müller) haben durchgefeiert und sind als Bierleichen zurückgeblieben. Als lautstark lamentierende und sächselnde Putzfrau aus Bautzen erscheint Cindy Pötzsch (Christel Hedrich) als erste und dann die tugendsame und spießige Spaßbremse Ingeborg Schuster (Maria Witzel) aus der Buchhaltung.

Mit dickem Brummschädel tauchen die weiteren Mitarbeiter auf. Die gute Seele des Betriebes Ute Maibaum (Birgit Täger-Trapp), die zerstreute Bürobotin Giesela Labskaus (Henrike Meyer-Helfrich), das charmante „Engelchen“ Denise Engel (Steffi Eckert), die tanzfreudige Margot Windeck (Betty Schmitt), der von Betty verfolgte und tollpatschige IT-Spezialist Rolf Schmelzer (Karsten Träger), die urlaubsreife Wilhelmine Voss (Renate Süss), der brummige Lagerchef Ewald Lohfink (Manfred Sakouky), die temperamentvolle Männer verstehende Pizzalieferantin Gina Carogna (Conny Fritz) und die Sicherheitsbeauftragte Petra Engerling (Kerstin Jost).      

Die Firma hat finanzielle Probleme und setzt ihre ganze Hoffnung auf ihre sensationelle patentreife Erfindung, den Zapfmeister 4000, den besten Zapfer aller Zeiten. Doch auch im privaten Bereich geht nicht alles glatt. Der unterjochte Juniorchef Helge Knettenbrecht (Michael Bien) übernimmt die Geschäftsleitung oder vielmehr seine herrische Ehefrau und verhinderte Operndiva Laetitia – Knettenbrecht-Wollschläger, die den Firmenretter Marcel Kampfhausen (Klaus Gabriel) anheuert und die sachkundige Chefsekretärin Monique Dillinger (Sabine Otterbein) ins Lager versetzt.

Es kommt zu vielen Missverständnissen, Verwirrungen und Irrtümern, aber wie es sich bei einem Lustspiel gehört, wird alles gut und auch der Firmenretter, der sich als Werksspion entpuppt, entgeht seiner gerechten Strafe nicht.

Text: Holger Jehn für die Fuldaer Zeitung