Unter dem Titel „Gesellschaftsspiegel“ hat das „Theater hausgemacht“ im Bimbacher Bürgerhaus bei der Premiere des Dreiakters über die Unbeständigkeit des Lebens überzeugt. Das lustige und gleichzeitig auch nachdenkliche Theaterstück hat Sebastian Damis mit Unterstützung von Judith Hedrich geschrieben.

Damis hat spontane Einfälle zu Szenen verarbeitet und spiegelt mit leichtem Augenzwinkern die Schwächen der Gesellschaft bei der Gier und der Jagd nach Berühmtheit und Geld wider: Für sein neues Bühnenstück „Des Greisen Pflichtteil“ sucht der weltberühmte Regisseur Ludwig Nadler (Sebastian Damis) aus Salzburg auf dem Land in einem Casting talentierte Schauspieler. Treu zur Seite steht ihm hierbei seine Assistentin Petra Seifert (Judith Hedrich). Verantwortlich für ihr Wohl ist Volontärin Ruth (Renate Schmack), die sie liebevoll umsorgt.

Das Casting-Team wird völlig überrascht, wie viele Menschen sich für begabt halten: Da ist zunächst der Hausmeister Emil Erpil (Rainer Frohnapfel), der eigentlich für die Technik zuständig ist, aber sein schauspielerisches Talent zeigen will. Versehentlich wird auch die Putzfrau Kleinert (Nicole Post) für eine zukünftige Darstellerin gehalten. während Chantal Bordelle (Maria Möller) fest davon überzeugt ist, der kommende große Star zu sein.

Als fesche Lola und Dancing Queen präsentieren sich die herrische Mutter Nora Lautenschläger (Birgit Trapp) und ihr verängstigter Sohn Ulrich (Stefan Keller), die mit Shakespeare und Goethe punkten wollen.

Plan- und ziellos taucht immer wieder Madame Winter (Kerstin Kümmel) stark verwirrt mit runden Kulleraugen auf und auch Oma Fröhlich (Bettina Schmitt) ist dabei, die an und für sich zum Gymnastikkurs der Volkshochschule wollte, aber durch ihre sportlichen Fähigkeiten überzeugt. In die Rollen von Sissi und ihrem Franzl schlüpfen Margot (Christel Hedrich) und Erich Rademacher (Klaus Gabriel), die als sächselndes Ehepaar für Furore sorgen.    

Zum Schluss des Casting spielen sich der Pianist Lothar Fröhlich (Thorsten Müller) und die begnadete Sängerin Lieselotte Schueler (Karsten Täger) von der Band „Ablass Schulz“ in die Herzen der Zuschauer und der Jury. Nach etwas unlogischen und nur schwer nachvollziehbaren Szenen in einem Friseursalon kommt es endlich zur rundum gelungenen Premiere von des „Greises Pflicht“ mit viel Erbschleicherei und des nur unter Schwierigkeiten herbeigeführten Todes der jungen Ehefrau des uralten vermögenden Vaters, der beim Anblick der schändlich Ermordeten sein Leben ausatmet.